es weihnachtet

von goldmaedel

Heute ist der 24te. Heiligabend. Und was mache ich gerade? Sitze allein im Haus, im Gammel-Pullover und tu nix. Geschenke sind alle fertig. Und ich fertig mit den Nerven. Weihnachten ist dieses Jahr so wie, ja wie kalter Kaffee. Alles ist gerade so ziemlich wie kalter Kaffee. Alles schon mal da gewesen, alles schon mal passiert. All der Schmerz, die Heulkrämpfe -alles nix neues. Alles schon bekannt, begrüßt, verflucht. Ist es also schon Zeit mit diesem Jahr abzuschließen? Dieses Jahr bin ich unglaublich tief gefallen und dennoch hoch geflogen. Ich habe das bis dato Wichtigste verloren und das Schönste gefunden. Ich viel verloren und Sicherheiten gefunden, die ich nicht erwartet hätte. Ich habe auf enormer Unterstützung gebaut, sozusagen auf Kredit, und gewonnen. Das wars‘ also schon fast mit 2010. Zweitausendundzehn. Was ich hatte? Ein Jahr voller Tränen und voller Liebe. Was ich gelernt habe? Das ich Grenzen brauch, die ich nie hatte. Das ich mein altes Zuhause nicht mehr habe. Das ich eigentlich allein hier stehe und uneigentlich nicht. Das ich auf die Menschen, auf die ich bauen konnte, auch weiterhin bauen kann. Und das selbst Monate ohne Kontakt durch eine einzige SMS wieder gut gemacht werden können. Das nichts über Familie geht und das viele Menschen es als selbstverständlich ansehen, nach Hause kommen zu können.
Ich erinner mich zurück und sehe sein lachendes Gesicht. Ich sehe keine Tränen, sehe keinen Schmerz, ich sehe nur unsere Zeit. Julian, 16.08.2010. Rest in peace.

Und alles was ich tue passiert mit dem Glauben daran, das alles besser wird. Denn aufgeben gibs‘ nich. Weder jetzt noch später. Denn es ist zu früh um aufzugeben und gleichzeitig auch zu spät.
Ich wünsche euch allen ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest.

PS: J., ich liebe dich.

 

 

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