Duhu, ich? Könnten wir mal so wie ich?

von goldmaedel

Ich mein, es ist ganz nett, auf was Großes zu machen. Auf was Besonderes. Aber ich würd‘ gern so wie früher. Ich weiß, das wir uns mit jeder Pore erinnern. Jeder von uns. Und ich weiß, das ich alle gelöschten Handynummern noch irgendwo auf kleinen Zetteln stehen habe. Kunst und Du. Kunst und Ich. Wieso ist früher nicht jetzt und heute nicht früher? Dann würde ich jetzt aufstehen, nackt, über Klamotten und mindestens über dich stolpern, nackt im Raum stehen, mit dem Gefühl, 10 Wintermäntel anzuhaben, dieses Gefühl, deine Fingerabdrücke auf meiner Haut wären im Dunkeln sichtbar und ich würde zum Fenster gehen, es öffnen, die Luft würde sich unglaublich klar anfühlen und ich würde denken Scheiße, Mädchen. Was für eine Nacht. Und ich würde nicht eine Sekunde bereuen. Wieso auch? Und morgen müsste ich wieder normal sein, mit dem Gefühl, hier nicht hinzugehören. Ich glaube, jeder, der den Kippengeschmack am nächsten Morgen noch nie mit Alkohol runtergespült hat [klingt vielleicht hart, ist aber pervers & gewöhnungsbedürftig] wird unweigerlich zum Normalverbraucher. Jede Sekunde bekomme ich nicht mehr zusammen. Wie ein Puzzle, bei dem das letzte Teil fehlt. Und man weiß, man hat es irgendwo gesehen, irgendwo lag es rum, aber man weiß nicht mehr wo.

Ich könnte in mich gehen, ich könnte Zettel suchen, ich könnte Nummern wählen, aber ich kann mir sicher sein, das ich nie wieder über dich stolpern werde. Es könnte vielleicht so dargestellt sein wie früher, Lichter die dich am nächten Morgen noch durchzucken, warme, abgestandene Luft, aber ohne dich, das ist wie Puzzeln ohne Motiv. Dennoch, in scheiß Nächten taucht man nur ab, wenn man jung ist. Jung, ungekämmt, unverbraucht und mit dem Wissen, das man gut im Bett ist. Also ich, wie wärs?

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