glück, du schmeckst zuckersüß

von goldmaedel

Vorneweg: Einmal ein länger Artikel über das Glück. Ich habe ihn schon vor längerer Zeit geschrieben, aber ich denke, er ist noch nicht eingestaubt. Auch wird die nächsten Tage hier nichts neues kommen, eine Auszeit braucht jeder.

I am the messiah and the king of kings
And I lead the empire and the emperor sings
But I know where I can came from, the land of weapons and fists
I understand the power of song, and that dreams are made of this

For this is rock n roll
I’ve got a rock n roll soul
And we are freedom fighters
For now…

Shine on, shine on
Before the music passes to you
Shine on, shine on
Before the music passes through you…

Would you walk on a crusade and swap your riches for poor
Would lose all the money you make, because you know what life is for
Well I know where I came from, the land of souls lost and won
I understand the power of dreams and the power of song

For this is rock n roll
I’ve got a rock n roll soul
And we are freedom fighters
For now…

Shine on, shine on
Before the music passes to you
Shine on, shine on
Before the music passes through you…

(You make up these feelings that are so contrived to make you feel in love to make you feel alive, to give a little reason to your pointless world, while you’re meanwhile forgetting you’re a stupid little girl)

The Tunics – Shine on

Weitermachen, ein Wort, hinter dem eine große Tat steckt, eine manchmal unüberwindlich große Mauer. Schließlich sind schon so viele Leute genau daran gescheitert. Menschen, die wir als groß ansehen, Menschen, die wir bewundern und auch ihren Tod bewundern, obwohl sie aufgegeben haben. Doch wieso? Menschen, die ihr Leben lang dafür gestanden haben, nicht aufzugeben, beenden ihr Leben, weil sie keine Möglichkeit sehen, weiterzukämpfen. Vielleicht wollen die Meisten auch einfach keine Möglichkeit sehen. Wir bewundern sie, für das, was sie getan haben und wir bewundern sie, obwohl sie am Ende doch gebrochen wurden. Sie haben gekämpft bis zum Schluss, würde man sagen. Stimmt das?

Glücklich zu sein ist schwer. Um glücklich zu sein muss man arbeiten? Manchmal, selten, aber manchmal, passiert es, dass man einfach so glücklich ist. Doch was macht uns glücklich? Das kann ein einziges Wort sein, das kann eine fertig geschriebene Arbeit sein, das kann ein neues Ziel sein, ein altes Foto, die Möglichkeiten sind grenzenlos. Jeder Mensch unterscheidet sich grundsätzlich nur darin, was ihn glücklich macht. Schließlich macht all das, was wir mögen uns irgendwo glücklich. Angenommen, ein Mensch geht gerne joggen, mag die Leere nach dem völligen Energieverlust oder einfach das Gefühl, das Vorgenommene geschafft zu haben. Ist er dann nicht auch glücklich? Und das, was wir nicht mögen, macht uns das etwa glücklich? Wenn wir ein bestimmtes Essen mögen, sind wir am Ende zufrieden, auch eine Art von Glück oder nicht? Das pure Glück, gibt es das überhaupt? Viele Menschen sagen, sie haben kein Glück, obwohl sie wohl genährt sind, Bildung besitzen und den Lebenswillen. Kann man sich dann nicht schon glücklich schätzen, wenn man sieht, wie viele Menschen genau diese Dinge nicht besitzen? Jeder Mensch definiert Glück von seinem Status aus. Für ein Kind, das in Armut und Hunger lebt, ist es Glück zur Schule gehen zu dürfen, für manchen Jugendliche in Deutschland ist es Glück, wenn die Schule ausfällt, für einen Reichen ist es Glück ein Schnäppchen für 2 Millionen zu machen, für einen Obdachlosen, genug Geld zu haben, um den nächsten Tag zu überleben, … Diese Gegensätze kann man endlos fortführen und doch haben all diese Menschen eins gemeinsam. Sie wollen alle glücklich sein, und können auch einen Moment glücklich sein und alles um sich herum vergessen. Kann man auf Knopfdruck glücklich sein? Kann man sich hinsetzen, die Augen schließen und glücklich sein? Das kommt darauf an, ob man so glücklich sein will. Will ich glücklich sein, weil ich soeben den höchsten Berg der Welt bestiegen habe oder einfach nur glücklich sein, weil ich lebe und mein Leben so ist, wie es ist? Viele sagen, jeder braucht jemanden, der ihn liebt, bzw. jemanden, den er lieben kann. Doch ich sage, dass stimmt nicht. Schließlich kommt Glück noch vor Liebe. Erst die Aussicht darauf, glücklich zu sein lässt uns lieben. Denn warum sonst sollten wir uns auf einen anderen Menschen fixieren? Weil wir wissen, dass wir uns geborgen fühlen, wenn wir lieben und das wir uns in dieser Geborgenheit rundum glücklich fühlen. Das ist auf der ganzen Welt so. Der Auslöser für Liebe ist Glück. Wenn man zusammen lacht, ist man glücklich. Und erst, wenn man zusammen lacht, also zusammen glücklich ist, verliebt man sich. Und wenn es Liebe auf den ersten Blick ist, ist man glücklich, die Person getroffen zu haben. Also steht Glück vor Liebe, denn Glück lässt uns erst lieben. Wenn wir nicht glücklich sind, können wir nicht lieben. Wenn wir uns mit einer Peron streiten, denken wir an glückliche Momente, die es in der Vergangenheit gab. Und dieses ‚zurück-denken‘, wie man es nennen kann, bringt uns dazu, seinen eigenen Stolz hinunterzuschlucken und einzusehen, dass man auch Fehler macht bzw. gemacht hat. Natürlich gibt es Ausnahmen, nein, keine Ausnahmen, Sachen, die einfach passieren, die man mit einem Lächeln erklärt. Liebe, die sich durch endlose Streitgespräche entwickelt. Doch auch dort spielen andere Sachen eine große Rolle, denn auch dort gibt es Sachen, die uns glücklich machen, auch wenn es nur ein winziger Augenblick ist. Wie lang ein Augenblick ist, hängt auch von uns selber ab. Wir allein können bestimmen, wie unser Leben läuft, wie ein Fluss, den man gerade biegen kann. Das einzige, was man nicht tun kann ist ihn stoppen oder gar in die entgegen gesetzte Richtung fließen lassen. So ist es auch mit dem Leben. Man kann es zwar beenden, aber es fließt trotzdem immer weiter, denn wir haben unsere Spuren hinterlassen, auch wenn es nur Spuren am Strand oder ein paar Kratzer in einem Geländer am Bahnhof sind.

Doch was ist Glück für ein Gefühl? Es ist nicht EIN Gefühl, es sind Tausende. Jeder empfindet Glück anders. Natürlich kann es passieren, dass Menschen das Gleiche empfinden, wenn sie zum Beispiel sehen, wie ,ihr‘ Sportteam gewinnt. Schließlich ist es anders, wegen eines kleines Geschenkes glücklich zu sein oder wegen Etwas, das man selber geschafft hat, ein Ziel, das man erreicht hat. Woher soll man wissen, dass es auf dieser Welt wirklich keine 2 Menschen gibt, die sich bis auf die letzte Pore gleichen? Der eine kann in Australien leben, als Ureinwohner, der andere in New York als Stadtmensch. Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, zu glauben, dass es eben so ist, dass irgendwo in der Weltgeschichte ein Mensch herumspaziert, der dem eigenen Geist und dem eigenen Körper bis auf das letzte Haar gleicht? Wie wäre das? Wie wäre es, seinem eigenem Ebenbild gegenüber zu stehen, der das Selbe fühlt und das Selbe denkt? Beängstigend? Ist es nicht ziemlich egoistisch, davon auszugehen, dass man die einzige Person ist, die z.B. am schnellsten 100 Meter läuft? Wie kann man sich Weltmeister nennen, wenn es Milliarden Menschen gibt, die bei diesem einen Wettbewerb nicht mitgemacht haben?

Wörter zu Papier zu bringen, bzw. sie am PC zu schreiben ist wie Klavier spielen, man versucht eine bestimmte Melodie zu erschaffen, anders rüberzubringen als andere Menschen je zuvor. Zeichnet das einen Künstler aus, dass er etwas völlig Neues erschaffen will? Auch wenn man nur das Alte neu spielt, neu interpretiert hat man schon wieder etwas Neues erschaffen. Macht uns das nicht auch glücklich?

Glück, Glück, Glück. Wie viele Menschen von Glück erzählen, alte Geschichten, neue Geschichten, wie viele Menschen die Vergangenheit ihr einziges Glück nennen, wie viele Menschen daran kaputt gegangen sind, unglücklich zu sein. Und da wären wir wieder: Wieso bringt sich ein Mensch um?

Weil er keine einzige Chance mehr sieht, glücklich zu sein oder es zu werden.

Weil er kein Glück mehr Fühlen kann und will.

Oder auch,

weil er andere mit seinem Tod glücklich machen will.

Alles hängt mit Glück zusammen. Wer hat diesen Begriff eigentlich erfunden? Würden wir es nicht Glück nennen, hätten wir diesem Zustand keinen Namen gegeben, würde es uns nicht vollkommen glücklich machen. Unser Gehirn wüsste nicht, wie es dieses Gefühl benennen sollte. Wie es das Gefühl nennen sollte, nachdem sich jeder sehnt. Und kann man sich dann danach sehen, wenn man es noch nicht mal benennen kann?

Jede Sprache hat ihr eigenes Wort für diesen Zustand, für das Gefühl, lächeln zu müssen, schlechte Gedanken zu verdrängen, gar zu vergessen und einfach Nichts denken. Wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal auf einen Karussell sitzt und nicht an das Ende denkt, sondern an diesen einen Augenblick. Glück begleitet uns unser ganzes Leben lang, vom Baby bis zum alten Menschen. Es kommt dann und wann vorbei und manchmal bleibt es auch etwas länger als nötig, nur um dann spontan wieder zu Gehen.

Das sollte sich jeder bewusst machen, Glück geht, wann immer man es am wenigsten erwartet. Es ist ein Geschenk, ein Spiel, ein Muss, ein Will, ein Lächeln, ein Hauch, ein Gefühl, ein Geschmack, ein Denken, ein Hunger, eine Sehnsucht.

Glück ist wie Sommerregen an einem eisigen Wintertag.

Glück ist wie ein Himmel, den man sich anguckt und nie mehr vergisst.

Glück ist wie Geborgenheit, man sehnt sich danach.

Glück ist wie ein Film, den man auswendig kennt und dennoch jedes Mal etwas Neues entdeckt.

Glück ist wie Freiheit, manche Menschen besitzen sie und merken es selbst nicht.

Glück ist einfach dort, wo Du bist.

Advertisements