Glaubensfrage

von goldmaedel

‚Sagt mal, glaubt ihr eigentlich an Gott?‘
Was mit dieser Frage anfing, endete in einer schier unendlichen Nacht und einer hitzigen Disskusion über den eigenen Glauben, die Kirche und den fremden Glauben. Was fasziniert manche Menschen so daran, mit aller Macht an einen Gott, seine Engel und Jesus Christus zu glauben? Ich denke damit liegt das Geheimnis der Menschheit vor uns ausgebreitet: Wieso haben Mensch die Kraft, sich einen Gott so sehr vorzustellen, dass sie es am Ende ohne Beweis glauben, wo sie doch sonst alles dreimal hinterfragen? ‚Ganz einfach, …‘ wäre hier falsch. Es ist einfach, wenn man sich sagt, der Glauben an einen Gott, der ihn beschützt, der immer für ihn da ist und ihm zuhört, gibt dem Menschen Kraft. Punkt, Aus, Ende. Doch woher kommt diese Kraft? Und wieso spüren sie manche Menschen und manche nicht? Wieso stellen einige Menschen ihr ganzes Leben um, nur um ihrem Gott ’nahe‘ zu sein? Und wieso gibt es Menschen, die nicht einmal im Jahr an einen Gott denken, höchstens wenn sie an Beerdigungen teilnehmen? Ich kenne Menschen, die sind (so scheint es) schon seit ihrer Geburt gläubig. Die werden getauft, konfirmiert/gefirmt, sind Mitglied der Gemeinde, heirateten später kirchlich und lassen sich zumindest an Feiertagen in der Kirche blicken. Das wäre dann so der Typ, der mir ständig über den Weg läuft. Es gibt aber 3 verschiedene Arten: 1. Die, die wirklich an einen Gott glauben. Die, die fest davon überzeugt sind, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Die, die mit Herz für die Gemeinde da sind. 2. Die, die nur in der Gemeinde sind, um ihr Ansehen zu wahren, deren ganze Familie Mitglied der Kirche ist und keiner aus der Reihe tanzt. Da macht man dann eben mal alles durch, ist nebenbei Förderer der Gemeinde, geht ab und an Sonntags in den Gottesdienst und engagiert sich für ehrenamtliche Zwecke, ’soweit die Zeit da ist‘. 3. Die zwar Mitglied der Gemeinde sind, aber selber nicht wirklich wissen, warum. Die vielleicht Weihnachten mal in die Kirche gehen, das Vaterunser noch auswendig kennen und sich kaum dafür interessieren, was eigentlich in der Gemeinde passiert. Natürlich, wie immer und überall, gibt es Ausnahmen. Doch wie man so schön sagt, Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch zurück zur letzten Frage. Manche sagen, jeder Mensch braucht etwas, woran er glaubt. Spätestens, wenn der Mensch zur Ruhe kommt, setzt er sich mit dieser Frage auseinander. Wir können uns diesem Thema einfach nicht entziehen. Wenn ich eine Nonne sehe, wenn ich Menschen sehe, die aus dem Glauben so viel Energie und Kraft schöpfen, bin ich fasziniert. Ich sehe es zwar als keine Möglichkeit für mich, aber ich freue mich für Menschen, die durch das Glauben an einen Gott die Kraft hatten und haben, ihr Leben zu ändern und zu verbessern und Dinge zu tun, die sich vorher nie getraut hätten. Und ich danke dem Glauben vielleicht auch ein Stück. Er hilft so vielen Menschen, eine Krise wie z.B. den Tod eines Nahestehenden zu überwinden, damit umzugehen und darüber zu sprechen.
Wie mein Fazit lautet? Welches Fazit die Nacht brachte? Das kommt im nächsten Artikel.

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